LANGE WEILE

de

Raum: verfügbar, gewohnt. Seine Funktion: Überwindung. Permanentes „hier“, Welt ohne „dort“.

Und dann: Distanz.
Distanz erobert Raum. Orte getrennt, das Pendeln dazwischen unmöglich. Verboten.

In kleinen Radien um den Erhalt von Lebensritualen zirkeln. Gefangen.

Erzwungener Stillstand.
Raumwechsel: Den Blick nach innen wenden, im Innehalten das Entstehen eines weiteren Raums. Der Blick auf das Außen, versehen mit der Folie der Sehnsucht, verwandelt sich.

Das Eigentliche:
Vielleicht ist der Raum in unserem Inneren der viel größere. Und vielleicht ist der Weg dorthin immer vom Gefühl der Sehnsucht begleitet. Vielleicht ist Sehnsucht gar kein Gefühl, das es zu stillen gilt, sondern vielmehr zu hüten.

Beim Erwachen finde ich mich gebettet zwischen Berggipfel.
Mein Schreibtisch ist das Meer,
über mir hängt wie ein Lampion der Mond.
Der Hunger treibt mich ins ewige Eis.


eng

Space: available, customary. Its function: overcoming. Permanent "here", world without "there".

And then: distance.
Distance conquers space. Places separated, commuting between impossible. Forbidden.

Circling in small radii around the preservation of life rituals. Trapped.

Forced standstill.
Change of space: turning the gaze inwards, in pausing, the emergence of a further space. The view towards the outside, provided with the foil of longing, is transformed.

The core:
Perhaps the space within us is the much greater one. And perhaps the path to it is always accompanied by a feeling of longing. Perhaps longing is not a feeling to be quenched at all but rather to be cherished.

When I wake up, I find myself nestled between mountain peaks.
My desk is the open sea,
above me, the moon hangs like a lantern.
Hunger drives me into the eternal ice.