SPITZBERGEN

Spitzbergen ist eine Inselgruppe zwischen dem 74. und dem 81. nördlichen Breitengrad und damit Teil der Arktis. Eine Urbevölkerung, wie beispielsweise in Grönland, gab es auf Spitzbergen nie. Allerdings war der Inselarchipel in den letzten 200 Jahren aufgrund seiner strategisch günstigen Lage zwischen West und Ost immer wieder Schauplatz geopolitischer Interessen und wirtschaftlicher Inanspruchnahme. Als Ergebnis daraus gibt es heute noch – neben einigen aufgegebenen Siedlungen – zwei Hauptsiedlungen, eine norwegische und eine russische.

Während der Kohlebergbau über einen langen Zeitraum bis in die 2000er-Jahre in den norwegischen und in den russischen Siedlungen dominierend war, ist es heute der Tourismus, der sowohl die Infrastruktur wie auch das Bild der Orte prägt. War die Region einst aufgrund ihrer Exponiertheit eher uninteressant für den Massentourismus, ist es heute genau diese Exponiertheit, die touristisch erfolgreich vermarktet wird.

Es mutet paradox an, dass gerade dieser Naturraum, in dem der Klimawandel das weltweit signifikanteste Echo in Form rasanter Veränderungen erzeugt, in seiner vermeintlichen Unberührtheit die Sehnsucht nach intakter, ursprünglicher Natur anspricht – in einer Welt, die ökologisch in dramatischer Weise zunehmend aus dem Gleichgewicht gerät.